Contact Center und CRM

Kundennähe durch Prozessklarheit und Technikintegration 

Wer Kundenservice heute noch als isolierte Hotline denkt, verliert morgen die Kunden. Unternehmen stehen unter wachsendem Druck, Serviceprozesse schneller, transparenter und kanalübergreifend zu gestalten. Bruno Grünig von Bucher + Suter beschreibt in diesem Blogartikel, wie moderne Plattformarchitekturen den Kundenservice verändern und warum CRM Systeme und Kommunikationslösungen endlich zusammenwachsen müssen. 


Kundenservice wird zur Plattform
 

Viele Serviceorganisationen sind historisch gewachsen. Neue Tools wurden eingeführt, ohne alte Systeme vollständig zu ersetzen. So entstanden über Jahre isolierte Lösungen für Telefonie, Tickets, E Mail Kommunikation oder Wissensdatenbanken. Diese fragmentierten Strukturen erschweren schnelle Reaktionen und verhindern ein konsistentes Kundenerlebnis. 

Der Ansatz moderner Serviceplattformen verfolgt deshalb ein anderes Ziel. Systeme sollen nicht mehr isoliert arbeiten, sondern gemeinsam eine integrierte Infrastruktur bilden. Bruno Grünig beschreibt diese Entwicklung klar. Unternehmen müssen standardisieren, konsolidieren und integrieren. 

Im Zentrum dieser Architektur steht häufig ein CRM System. Bei Bucher + Suter bildet die Plattform von Salesforce den Kern der Kundeninformationen. Hier werden Daten aus Marketing, Vertrieb und Service zusammengeführt. Informationen werden automatisch ergänzt und in Echtzeit für alle relevanten Teams verfügbar gemacht. 

Als Kommunikationsschicht dient die Infrastruktur von Cisco Systems. Sie verbindet Telefonie, digitale Kanäle und Contact Center Funktionen mit den CRM Daten. Dadurch entsteht eine Umgebung, in der Serviceprozesse kanalübergreifend gesteuert werden können. 

Das Ziel ist eine Plattform, die nicht nur Daten speichert, sondern aktiv unterstützt. Workflows lassen sich automatisieren. Servicemitarbeiter sehen sofort den Kontext einer Anfrage. Marketing und Vertrieb greifen auf dieselben Informationen zu. So entsteht ein durchgängiger Prozess entlang der gesamten Wertschöpfungskette. 


Warum Integration entscheidend wird
 

Der klassische Kundenservice war lange stark kanalorientiert organisiert. Telefonie lief über separate Systeme. Digitale Kanäle wurden später ergänzt. CRM Systeme dienten häufig nur als Datenablage. Diese Struktur passt jedoch nicht mehr zu den Erwartungen moderner Kunden. 

Heute erwarten Kunden schnelle Antworten über den Kanal ihrer Wahl. Sie wechseln zwischen Telefon, Chat, E Mail oder Messaging Apps. Ohne integrierte Systeme verlieren Unternehmen in solchen Situationen wertvolle Zeit. Informationen müssen gesucht werden. Gespräche beginnen ohne Kontext. 

Eine Studie von Salesforce zeigt, wie stark sich die Erwartungen verändert haben. Laut dem Bericht State of the Connected Customer erwarten rund 88 Prozent der Kunden, dass Unternehmen ihre Interaktionen über verschiedene Kanäle hinweg verstehen. Gleichzeitig geben mehr als zwei Drittel der Serviceverantwortlichen an, dass fragmentierte Systeme eine der größten Herausforderungen im Kundenservice darstellen. 

Salesforce Studie

Titel: State of the Connected Customer, 5th Edition
Herausgeber: Salesforce Research
Jahr: 2022 

Methodik:
Die Studie basiert auf einer weltweiten Befragung von über 13.000 Konsumenten und Geschäftskunden aus 29 Ländern. 

Offizielle Quelle:
Salesforce Research, State of the Connected Customer, 5th Edition, Salesforce, San Francisco 2022.

Auch die Analysten von Gartner bestätigen diesen Trend. In mehreren Untersuchungen zum Customer Service zeigt sich, dass Unternehmen mit integrierten Serviceplattformen deutlich schneller auf Kundenanfragen reagieren können. Gleichzeitig steigt die Effizienz im Contact Center durch automatisierte Prozesse und bessere Datenverfügbarkeit. 

Integration wird damit zur strategischen Voraussetzung für guten Service. Unternehmen müssen ihre Kommunikationssysteme, CRM Plattformen und Datenstrukturen zusammenführen. Nur so entsteht ein vollständiges Bild des Kunden. 


Daten als Grundlage für bessere Kommunikation
 

Der zentrale Vorteil moderner Plattformen liegt in der Datenintegration. Alle Beteiligten arbeiten mit denselben aktuellen Informationen. Servicemitarbeiter sehen sofort frühere Kontakte, offene Fälle oder laufende Verkaufsprozesse. 

Diese Transparenz verändert die Qualität der Kundenkommunikation. Gespräche werden persönlicher und zielgerichteter. Kunden müssen ihr Anliegen nicht mehrfach erklären. Gleichzeitig können Unternehmen Prozesse automatisieren. 

Sprachbots oder intelligente Routing Systeme greifen auf CRM Daten zu und erkennen, welcher Kunde anruft und welche Themen relevant sind. Dadurch lassen sich Anfragen schneller an die richtigen Ansprechpartner weiterleiten. Auch Self Service Anwendungen profitieren von einer integrierten Datenbasis. 

Für Unternehmen mit hohen Servicevolumina ist diese Entwicklung besonders wichtig. Contact Center bearbeiten täglich tausende Interaktionen. Ohne klar strukturierte Plattformarchitektur steigen Aufwand und Fehleranfälligkeit. 


Service wird zum strategischen Touchpoint
 

Die Rolle des Kundenservice hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Früher galt er in vielen Organisationen als Kostenfaktor. Heute ist er ein zentraler Kontaktpunkt zwischen Unternehmen und Kunden. 

Jede Serviceinteraktion prägt das Markenbild. Eine schnelle und kompetente Antwort kann Vertrauen stärken. Schlechte Serviceerlebnisse führen dagegen schnell zu Kundenverlusten. 

Plattformbasierte Servicearchitekturen helfen Unternehmen, diese Herausforderung zu meistern. Sie schaffen Transparenz über alle Kundenkontakte hinweg. Gleichzeitig ermöglichen sie eine bessere Zusammenarbeit zwischen Marketing, Vertrieb und Service. 

Für technologieaffine Organisationen entsteht daraus ein wichtiger Wettbewerbsvorteil. Wer Kundenanliegen schneller versteht und effizient löst, steigert nicht nur die Zufriedenheit. Auch Cross Selling Potenziale und langfristige Kundenbindungen profitieren. 


Die Technologie ist längst verfügbar
 

Die entscheidenden Technologien sind heute bereits verfügbar. Moderne CRM Plattformen, Cloud Contact Center und KI gestützte Assistenzsysteme lassen sich miteinander verbinden. Entscheidend ist weniger die einzelne Lösung als die Architektur dahinter. 

Bruno Grünig formuliert es klar: “Die Technologie der Zukunft existiert bereits. Unternehmen müssen sie nur sinnvoll einsetzen.” 

Events wie die CCW in Berlin zeigen regelmäßig, wie weit diese Entwicklung inzwischen fortgeschritten ist. Anbieter präsentieren dort Plattformlösungen, die CRM, Contact Center und Automatisierung zusammenführen. 

Für Entscheider bedeutet das eine klare Aufgabe. Digitalisierung im Kundenservice beginnt nicht bei einzelnen Tools. Sie beginnt bei der Systemarchitektur. 


Fazit
 

Moderner Kundenservice braucht keine weitere Sammlung neuer Anwendungen. Entscheidend ist eine integrierte Plattform, die Kommunikation, Daten und Prozesse verbindet. 

Unternehmen, die ihre Systeme konsolidieren und auf gemeinsame Datenstrukturen setzen, schaffen die Grundlage für bessere Kundeninteraktionen. Gleichzeitig steigern sie Effizienz im Contact Center und Transparenz in der Organisation. 

Der Weg führt weg von isolierten Lösungen. Die Zukunft gehört Plattformen, die Kundendaten, Kommunikation und Automatisierung intelligent zusammenführen. Wer Kunden wirklich verstehen will, muss zuerst seine Systeme verstehen und miteinander verbinden. 

Titelbild: (c) SpicyTruffel @ Adobe