Contact Center und CRM

Künstliche Intelligenz (KI) wird oft als Zukunftstechnologie gefeiert. Doch gerade im sensiblen Bereich der Kundenkommunikation fragen sich viele Unternehmen: Passt KI wirklich zu einem serviceorientierten Ansatz? Bruno Grünig von Bucher & Suter liefert uns wertvolle Erkenntnisse aus der Praxis.

KI als Werkzeug: Sinnvoll oder gefährlich?

Auf den ersten Blick scheint es widersprüchlich, KI im Kundenservice einzusetzen. Schließlich geht es dort um persönliche Betreuung und Empathie. Doch laut Bruno Grünig ist KI wie Feuer: Sie kann nützlich oder zerstörerisch sein – entscheidend ist der richtige Einsatz.

Der zentrale Punkt ist das Timing sowie die richtige Adressierung. Kunden sollten vorbereitet werden und genau wissen, wann und warum KI zum Einsatz kommt. Ein Beispiel: Statt den Kontakt zu einem menschlichen Kundenberater zu verhindern, kann KI in der Warteschleife sinnvoll Vorarbeit leisten – etwa durch Zwei-Faktor-Authentifizierung oder die Ermittlung des Anrufgrunds. So wird der Übergang zum passenden Mitarbeiter reibungsloser und effizienter.

Menschlichkeit und KI im Einklang

Ein weiterer Knackpunkt ist die Akzeptanz auf Seiten der Mitarbeitenden. Viele Kundenberater stehen KI skeptisch gegenüber, weil sie deren Einsatz als Bedrohung empfinden oder an der Effizienz zweifeln. Hier zeigt Grünig aus der Praxis: Eine sanfte Einführung ist der Schlüssel.

In einem Pilotprojekt im regulierten Umfeld – etwa bei einer Gesundheitskasse – hat sich bewährt, die Integration schrittweise und transparent zu gestalten. Der Kunde bleibt informiert, die Mitarbeiter sehen, wie KI sie entlastet, nicht ersetzt. Durch gezielte Vorarbeit im Hintergrund gelangen Kunden schneller zu den passenden Ansprechpartnern.

Warum dieser Ansatz relevant ist

Gerade in Zeiten, in denen Kundenservice oft automatisiert und anonym wirkt, ist es entscheidend, Menschlichkeit nicht zu verlieren. Der bewusste, maßvolle Einsatz von KI kann helfen, Routineaufgaben effizienter abzuwickeln – ohne das persönliche Element zu opfern.

Für Unternehmen bedeutet das: KI darf nicht isoliert betrachtet werden. Nur im Zusammenspiel mit einem empathischen Servicegedanken entfaltet sie ihr Potenzial. Die Integration muss strategisch erfolgen – mit Fokus auf Kundenzufriedenheit und Mitarbeiterakzeptanz.

Fazit: KI im Kundenservice ist kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, das gezielt eingesetzt werden muss. Unternehmen, die den Spagat zwischen Effizienz und Empathie meistern, sichern sich langfristig das Vertrauen ihrer Kunden.